Salatgurkenanbau in Weener-Halte Die grüne Stange mit der Superpower: Grüne Leeraner erkunden den Salatgurkenanbau in unserer Region

Bild: privat

Unter der Organisation der Moormerländer Grünen hatten wir am 24.03.2018 die Möglichkeit, den erwerbsmäßigen Salatgurkenanbau in einer Unterglaskultur bei der Familie Schoenmaker in Weener-Halte in Augenschein zu nehmen.

Obwohl es sich hier um keinen anerkannten biologisch arbeitenden Betrieb handelt, wurde doch sehr schnell deutlich, dass hier hochwertige und gesunde Nahrungsmittel erzeugt werden.

In diesem „integriert“ wiertschaftenden Anbaubetrieb wachsen die Pflanzen auf kleinen Foliensäcken. Etwa zwei bis fünf Liter Substrat reichen pro Pflanze. Weil kein Boden vorhanden ist, der Wasser speichern kann, wird die Pflanze bis zu 30 mal pro Tag bewässert. Mit einer Nährlösung, die exakt auf den Bedarf der Kultur zugeschnitten ist. Ein Steuerungscomputer bemisst die Bewässerung und regelt das Anmischen der Nährlösung in der Düngestation.

Dieser technische Aufwand macht ein 10 000 Quadratmeter großes Gewächshaus etwa 20.000 bis 30.000 Euro teurer. Aber der höhere Ertrag, die optimale Nährstoffeffizienz und andere Vorteile gleichen die zusätzlichen Kosten mehr als aus. Die Ware ist für den Verbraucher nicht teurer.

Der entscheidende Vorteil besteht darin, dass sich der Gärtner auf den Anbau einer Kultur spezialisieren kann. Er muss nicht aus Fruchtfolgegründen ständig das angebaute Gemüse wechseln. Stattdessen kann der Betriebsleiter über zehn oder 20 Jahre ausschließlich Tomaten oder Gurken anbauen. Das vereinfacht die Vermarktung. Und er richtet das Gewächshaus optimal für die jeweilige Kultur ein. So zum Beispiel mit dem richtigen Bewässerungssystem oder ideal platzierten Anbindedrähten.

Der Nützlingseinsatz ist eine tragende Säule bei der Bekämpfung der Roten Spinne.  Auch wird bei der Produktion auf die Grundsätze der Nachhaltigkeit großen Wert gelegt. Hierzu gehört die mehrjährige Wiederverwendung der Steinwolle und Nährstoffversorgung über eine wassersparende Tropfbewässerung. Das Kohlenstoffdioxid  aus der Abwärmeabluft wird über eine Rauchgaskühlung  als zusätzlicher Nährstoff den Pflanzen verfügbar gemacht. Der ganze komplexe Produktionsablauf wird dabei mit Unterstützung spezieller Software gesteuert und kontrolliert.

Der Seniorchef, Anthoni J. Schoenmaker, betont, dass man sich im europaweiten Wettbewerb mit Produzenten in Holland und Spanien befindet. Insbesondere aus den osteuropäischen Ländern bemerkt man eine zunehmende Konkurrenz, da diese Marktteilnehmer innerhalb der EU ungleich günstigere Wettbewerbsbedingungen vorliegen haben.

Kompetent, engagiert und voller Stolz führte uns die Familie Schoenmaker durch die eindrucksvollen Gewächshäuser, die von den Salatgurken „beherrscht“ werden. Pflanze an Pflanze mit ihren hochgebundenen Trieben stehen generalstabsmäßig auf 22000 m2 in Reih und Glied und zeigen stolz ihre Früchte. Damit es dazu kommt, ist im Vorfeld viel schweißtreibende Handarbeit notwendig. Und auch die Ernte geschieht in Handarbeit.

Am Ende der Führung fanden wir uns in einer großen modernen Halle wieder, die nach der Ernte der Aufbewahrung der Kisten voller frischer Salatgurken und ihrer Verladung sowie den dafür notwendigen Geräten und Fahrzeugen dient. Dankbar nahmen wir nicht nur die wesentlich frischeren Temperaturen, sondern auch den liebevoll angerichteten Imbiss entgegen. Auch hier wollten die Fragen der Gäste kaum ein Ende nehmen.

Zum Schluss bedankte sich der Ortsvorsitzender der Moormerländer Grünen, Norbert Hilbert, bei der ganzen Familie Schoenmaker für die sehr lehrreiche Besichtigung eines nach den Grundätzen des integrierten Gartenbaus wirtschaftenden Gartenbaubetriebes. Mit einem kräftigen Biss aus einer Salatgurke sprach der Ortsvorsitzende  allen Anwesenden aus der (grünen) Seele: „Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt!“