Janssen-Kucz fordert mehr Luftmessstellen wegen Kohlekraftwerk Eemshaven

Das Umweltministerium weiß wenig über Schadstoffe, es gibt keinen Austausch mit Niederlanden: Im Jahr 2016 produzierte das RWE-Kohlekraftwerk Eemshaven 8,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2), rund ein Achtel des niederländischen Klimaausstoßes. Die grüne Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz wollte von der Landesregierung daher wissen, welche weiteren Schadstoffen das Kraftwerk an die Umwelt abgibt und welche Auswirkungen diese auf die norddeutsche Küste haben.

„Mit der Inbetriebnahme des Kraftwerks ist das Ziel, die Nordsee wieder in einen guten ökologischen Zustand zu bringen, in weite Ferne gerückt“, kritisiert die Grünen-Politikerin. Das niedersächsische Umweltministerium bestätigte, dass die Schadstoffe des niederländischen Kraftwerks mit dem Wind überwiegend in Richtung der ostfriesischen Inseln und der Krummhörner Küste transportiert werden. Rechtlich sei daran jedoch nichts zu beanstanden.

Das Land wies jedoch ebenfalls darauf hin, dass Wattenmeer und Küste bereits mit überhöhten Mengen von Quecksilber und Stickstoff vorbelastet seien, was sich durch die Kraftwerksemissionen weiter verschärfe. Im westlichen Wattenmeer werden die Grenzwerte für Quecksilber im Sediment nach Angaben des Landes schon heute deutlich überschritten. „Die Schadstoffe belasten die Gesundheit der Menschen doppelt, direkt durch die Abgase und indirekt durch die Nahrungskette“, so Janssen-Kucz.

„Das Problem ist jedoch, dass die Landesregierung nur schätzen kann, was aus dem Schornstein des Kraftwerks kommt. Es gibt keinen Datenaustausch über den tatsächlichen Schadstoffausstoß zwischen den Niederlanden und Deutschland,“ kritisiert Janssen-Kucz und fordert: „Wir brauchen dringend zusätzliche Luftmessstationen in der Hauptabgasfahne auf Borkum, Juist und in der Krummhörn. Außerdem müssen beide Länder Schadstoffdaten austauschen.“

Der größte Klimakiller der Niederlande steht direkt vor unserer Haustür. Foto: M. Halfwasser