Endlagersuche: „Die Regionen sind die wahren Wächter“ Werden uns kritisch-konstruktiv und möglichst parteiübergreifend mit dem Verfahren auseinandersetzen

Meta Janssen-Kucz

Große Teile Ostfrieslands samt des Wattenmeeres und des Emslandes gehören zu den 90 Teilgebieten, die die Bundesgesellschaft für Endlagerung deutschlandweit am Montag benannt hat und nun in den nächsten Jahren weiter untersucht werden sollen. 
Unsere Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz stellt hierzu klar: „Auf den ersten Blick erscheint es absurd, dass etwa das ostfriesische Wattenmeer auch zum ausgewählten Teilgebiet in Norddeutschland gehört. Man hat erst einmal allgemeine geologische Daten genommen und bewertet, wir brauchen nun ein sehr viel genaueres, auf wissenschaftlichen Grundlagen basiertes Verfahren, um den bestmöglichen Standort für ein atomares Endlager in Deutschland zu finden. Für unsere Region bedeutet das, dass etwa die Erdbeben in der Provinz Groningen, die bis ins deutsche Wattenmeer reichen, unbedingt mit einzubeziehen. Die Erdbeben dort sind eine Folge der Erdgasförderung, die auch bei uns an mehreren Orten in der Region stattfindet. Eine Risikoabschätzung mit einer deutlichen Prognose für die Zukunft muss gewährleistet sein: Könnten Erdbeben eine grundsätzliche Gefahr für ein Endlager darstellen? Klar ist aber: Kein Mensch will ein Atommüllendlager in seiner Nähe haben. Die Skepsis vor Ort sorgt dafür, dass die Regionen die wahren Wächter der Endlagersuche sind. Wir Grünen werden sie unterstützen, damit alle Kriterien wirklich berücksichtigt werden und negative Befunde nicht unter den Tisch fallen. Nur mit bestmöglichem Verfahren finden wir auch den bestmöglichen sicheren Standort. Im nächsten Jahr starten die regionalen Fachkonferenzen zur Endlagersuche. Hier müssen Ostfriesland und das Emsland mit starker Stimme vertreten sein. Wir werden uns kritisch-konstruktiv und möglichst parteiübergreifend mit dem Verfahren auseinandersetzen und alle Punkte zusammentragen, die gegen ein Endlager in der Region sprechen.“
Hintergrund
Mit diesem neuen bundesweiten Auswahlverfahren soll ein Standort für die Lagerung des hochradioaktiven Atommülls gefunden werden. Im Bundestag haben auch die Grünen dem Neustart der Endlagersuche zugestimmt und bekennen sich zu der Verantwortung, die bestmögliche Sicherheit für den Umgang mit dem Atommüll zu erreichen. Bis zum Abschalten des letzten Atomkraftwerks im Jahr 2022 werden in Deutschland 1900 Castor-Behälter mit abgebrannten Brennelementen angefallen sein, für die es bislang keinen Entsorgungsweg gibt.