Eines der letzten Opfer des NS-Terrors „Erschossen am 18. April 1945 in Ihrhove“ - Lesung in Ihrhove

Der Autor Hermann Adams während der Lesung. Foto: Detlef Hermann

Hermann Adams hat die immer wieder verdrängte tragische Geschichte einer Hinrichtung aus den letzten Kriegstagen von 1945 aufgearbeitet. Darum haben die Grünen aus dem Oberledingerland hatten zu einer Lesung von Hermann Adams aus seinem Buch „Erschossen am 18. April 1945 in Ihrhove“ eingeladen.
Die Gefangenen des Lagers Esterwegen sollten im April 1945 nach Leer verlegt worden. Auf ihrem Fußmarsch sind sie bis Collinghorst gekommen, mussten dort übernachten und sollten dann zurück nach Aschendorfer Moor gehen. In den Wirren haben sich mehrere Häftlinge abgesetzt, so auch Walter Emil Köster.

Er wurde völlig entkräftet im Ihrhover Hammrich gefunden, im Spritzenhaus in Ihrhove untergebracht, versorgt und bewacht. Dennoch kam es zu einem Übergriff des örtlichen Polizisten. Nach etwa einer Woche wurde Walter Emil Köster dann von zwei Wachmännern aus dem jetzigen Westoverledingen, die vom selbsternannten und berüchtigten „Hauptmann Herold“ geschickt worden waren, abgeholt und in der Nähe des Friedhofes erschossen und verscharrt.

Viele Fragen blieben am Ende dieses an Fakten reichen Vortrages: Was bewegte den damaligen Bürgermeister von Ihrhove Herrn Köster zu seinem Verhalten? War es ein Auftragsmord?
Wie wurden wohl die Tatbeteiligten mit ihrem späteren Leben fertig? Dunkle Schatten reichen bis in die Gegenwart, weil es lange nicht möglich war, über diese Tat zu sprechen.

„Deshalb sollen wir uns damit beschäftigen, um zu verhindern, dass noch einmal so ein Wahnsinn auf Befehl eines jungen Hochstaplers geschieht, der beeindruckt und geblendet durch einen Diktator und seines brutalen menschenverachtenden Systems, größenwahnsinnig geworden war.“ schreibt der Autor Hermann Adams in seiner Schlussbetrachtung.