Statement von Meta Janssen-Kucz und Nicola Saul, Sprecherinnen von Bündnis 90/Die Grünen Borkum: „Die Aussagen von Wirtschaftsminister Grant-Hendrik Tonne auf dem IHK Wirtschaftsabend in Emden sind unsäglich. Ohne umfassende Kenntnis der Genehmigungslage und der noch ausstehenden Gerichtsverfahren in den Niederlanden und in Niedersachsen, ohne Zustimmung des Bundestags und des Bundesrats zum Unitarisierungsabkommen zwischen Deutschland und den Niederlanden, behauptet er, dass man jetzt handeln müsse, um nicht unglaubwürdig zu werden.

SPD-Wirtschaftsminister Tonne wird unglaubwürdig, da er scheinbar die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Klagen der Umweltverbände und der Stadt Borkum nicht zur Kenntnis nimmt. Die Gegner der Erdgasförderung sind keine „Bedenkenträger“, sondern haben sich intensiv mit dem Genehmigungsverfahren auseinandergesetzt und kritische Punkte, die unser Ökosystem im Meer und auf der Insel gefährden, zusammengetragen. Der Schutz von Umwelt, Natur, Klima und Wattenmeer sowie der Insel Borkum müssen einen zentralen Stellenwert haben.
Dazu liegen die Stellungnahmen bei den zuständigen Gerichten vor. Ob eine Gasförderung vor Borkum zulässig ist, werden wie in einem Rechtsstaat üblich, die Gerichte entscheiden. Wirtschaftsminister Tonne missachtet und gefährdet mit seinen Aussagen zur „aktiven Rohstoffpolitik“ die rot-grüne Erfolgsstory beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. Damit macht er sich zum Erfüllungsgehilfen der Erdgaslobby.

Das jüngste Erdbeben mit Stärke 3,4 auf der Richterskala war das drittstärkste Beben, in der Provinz Groningen mit Epizentrum Zeerihp und starken Auswirkungen in Richtung der Hafenstadt Delfzijl an der Ems. Das macht das Risiko durch die Erdgasförderungen deutlich. Die Erde bebt nicht nur während der Förderung von Erdgas, sondern auch danach. Alleine das Erdbeben in der Provinz Groningen zeigten die auch auf Borkum aufgestellten
Seismographen zwei Beben mit der Stärke bis zu 3,2 auf der Richterskala. Sollte großflächig am Rande des UNESCO Weltnaturerbe-Nationalparks Wattenmeer Gas gefördert werden, kann sich jeder ausrechnen, welche Auswirkungen das hat. Die Erdbeben lassen sich nicht von One-Dyas, Bund und Land leugnen und widerlegen.

Das Verfahren zum Unitarisierungsabkommen in Bundesrat und Bundesrat startet gerade und wird voraussichtlich auch dieses Jahr nicht mehr abgeschlossen. Es ist also immer noch Zeit die Erdgasförderung vor Borkum zu stoppen und mit „Nein“ im Bundestag und im Bundesrat und damit für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen zu stimmen!“

Info:
Erdbebenstatistiken: Borkum Insel, Niedersachsen, Deutschland
Aktualisiert: 16. Nov. 2025 13:47 GMT –

In Borkum gibt es nicht viele Erdbeben. Im Durchschnitt ereignen sich jedes Jahr etwa 62
überwiegend kleine Beben.
In den letzten 24 Stunden gab es in Borkum 2 Beben bis zu einer Stärke von 3.2.
Seit 2025 gab es in Borkum 26 Beben bis zu einer Stärke von 3.2:

Neueste Erdbeben:
◦ 1 Beben größer als Stärke 3
◦ 3 Beben zwischen Stärke 2 und 3
◦ 22 Beben unterhalb Stärke 2
Stärkstes: Mag, 3.2 Erdbeben 23 km NO von Groningen, Groningen, Niederlande – vor 3
Tagen