Die Grüne Ratsfraktion Borkum lehnt die Umwandlung von Wiesen in Bauland ab. Im Dialog mit dem Ortsverband der Borkumer Grünen betonen die Mitglieder, wie wichtig der Erhalt der ökologischen Vielfalt durch die vorhandenen Wiesen ist. Sie befürchten negative Folgen für Umwelt und Ökosystem, sollten weitere Flächen bebaut werden.

Die vorgeschlagenen Ausgleichsmaßnahmen werden kritisch gesehen: Das Pflanzen einiger Bäume auf bestehenden Grünflächen erscheint aus Sicht der Grünen kein angemessener Ersatz für den Verlust einer Wiesenfläche. Die Grünen bezweifeln, dass diese Maßnahme wirklich den Eingriff in das ökologische Gleichgewicht kompensiert. Die Bewertung und Einstufung der Lebensraumtypen sowie der Schutzstatus nach FFH-Richtlinie spielten in der Diskussion eine wichtige Rolle.

Ein weiteres Argument betrifft die Bedeutung der Binnenwiesen als Überflutungsgebiet. Durch die Versiegelung ist zu erwarten das es bei zunehmenden Starkregen zu Überschwemmungen kommt.

Die Begründung bei den Bauanträgen ist der Mangel an Wohnraum. Hier verweist die Fraktion darauf, dass der Rat mit seinen Entscheidungen zur Schaffung von Wohnraum einiges auf den Weg gebracht hat. Als positives Beispiel führt Ratsherr Hermann Gansel die Sanierung der alten AOK an, die nach über 20 Jahren Leerstand nun bezugsfertig ist. Auch der geplante Abriss der alten Kuranstalt Ende 2026 und die Dachausbauten im Upholm versprechen mit über 100 Wohnungen eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt.

Eldert Sleeboom weist zusätzlich darauf hin, dass viele ältere Borkumer ihre Ferienwohnungen mangels Bewirtschaftung leer stehen. Hier sollte der Rat ansetzen, um Lösungsansätze zu entwickeln.

Weiter macht es Sinn, bestehende Wohnungen günstig sanieren, statt neue Häuser auf der Wiese zu bauen. Diese Objekte könnten günstiger auf dem Markt angeboten werden. Mit der Veränderung des Bebauungsplans kann nicht festgelegt werden, dass bezahlbarer Wohnraum entsteht.

Die Entscheidung des Rats hat Signalwirkung. Mit diesem Vorgehen werden neue Begehrlichkeiten geweckt. Es besteht die Gefahr, dass weitere Besitzer von Wiesenflächen ebenfalls eine Umwandlung beantragen, um den Grundstückswert zu steigern. Fraglich ist, wie der Rat zukünftig mit ähnlichen Anfragen umgehen wird.

Die Grünen erinnern daran, dass die Fläche der Insel begrenzt ist. Wir wollen keine weitere Verdichtung, sagt Sleeboom. Große Städte setzen verstärkt auf Begrünung, um im Sommer Hitzestaus entgegenzuwirken und wir wollen den Bauteppich erweitern und Grünflächen reduzieren. Das ist absurd in Zeiten des Klimawandels und steigender Temperaturen und Hitzewellen.