Grünen-Politikerin besucht Klima-Camp, um Zeichen gegen Gasbohrungen zu setzen

Von so viel Engagement ist Ricarda Lang begeistert: „Es ist unheimlich toll, dass so viele Menschen hier auf Borkum zusammengekommen sind, um gegen die Gasbohrungen zu protestieren“, sagt die Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen. „Es geht um den Schutz des Weltnaturerbes Wattenmeer.“ Was vor Borkum geschehe, gehe aber nicht nur die Menschen vor Ort an. „Die Gasbohrungen sind ein Türöffner für den klimapolitischen Rückschritt, den Bundeskanzler Merz und Wirtschaftsministerin Reiche organisieren.“ Das führe zu weniger Klimaschutz, zu mehr Abhängigkeit von Gasimporten und zu höheren Energiepreisen. Lang: „Das geht uns alle an!“

Ricarda Lang ist am Samstag, 5. September, auf die Insel gekommen, um ihre Solidarität mit den Teilnehmenden des Klima-Camps von Fridays for Future und der Deutschen Umwelthilfe DUH zu zeigen. Begleitet wird sie dabei von der Bundestagabgeordneten Filiz Polat und dem Landtagsabgeordneten Stephan Christ, beide ebenfalls von den Grünen. Polat und Christ sind in ihren Faktionen regional für den Landkreis Leer zuständig. Begrüßt wurden sie von Mitgliedern des Grünen-Ortsverbands Borkum, darunter die ehemalige Landtagsvizepräsidentin und -abgeordnete Meta Janssen-Kucz.

Filiz Polat erinnert während eines Inselrundgangs an die Gefahren der Gasbohrungen für Mensch und Natur. „Die Risiken sind unkalkulierbar nicht nur für Menschen auf der Insel und ihre wirtschaftliche Existenz, sondern auch für das Wattenmeer.“ Stephan Christ zeigt sich empört: „Es kann nicht sein, dass solche Bohrungen im Jahr 2025 noch genehmigt werden.“

Bei einem Treffen mit Mitarbeitenden der Deutschen Umwelthilfe (DUH) informieren sich die Parlamentarier*innen über deren weiteres Vorgehen und die anhängigen Klagen. Dabei kamen auch die zu erwartenden Folgekosten der Gasförderung zu Sprache. Meta Janssen-Kucz erinnerte an die Situation in Groningen, wo nach 60 Jahren die Förderung von Erdgas gestoppt wurden. Grund waren die großen Schäden durch mehr als 1600 Erdbeben. Der niederländische Staat sagte 2023 der Region 22 Milliarden Euro Entschädigung zu. Janssen-Kucz: „Das dürfen wir hier auf Borkum nicht zulassen!“