
Darum gehts:
Am gestrigen Dienstag (5.5.2026) hat das OVG Lüneburg die gemeinsame Klage der Stadt Borkum und der Gemeinde Juist gegen die Entscheidung des Nds. Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), dem Energieunternehmen One-Dyas im Planfeststellungsbeschluss eine Genehmigung für Gasbohrungen vor Borkum zu erteilen, abgewiesen – wie schon die Klage der Deutschen Umwelthilfe zwei Wochen zuvor.
Dazu sagen die Sprecherinnen der Borkumer Grünen Nicola Saul und Meta Janssen-Kucz:
„Die Abweisung der Klage gegen die Deutsche bergrechtliche Genehmigung ist erschreckend. Es ist nicht nachvollziehbar, dass das Gericht, die von Borkum und Juist geltend gemachten Beeinträchtigungen zwar offensichtlich für gegeben hält, die zu erwarteten Auswirkungen jedoch nicht als erheblich genug einstuft. Jede dieser zu erwartenden negativen Auswirkungen, egal wie groß oder klein, beeinflussen das Leben und Wirtschaften auf Borkum und sind eine Absage an Wasser-, Umwelt- und Meeresschutz.“
„Das Urteil bedeutet einen herben Rückschlag im Kampf gegen die Gasförderungen vor Borkum. Die angewandte Salamitaktik von One-Dyas, mit der Gasförderung in einem Feld NO 5 zu beginnen und jetzt die nächste Genehmigung zur Förderung im Gasfeld NO 4 zu beantragen – weitere folgen – geht damit auf. Durch diese Salamitaktik kommt es zu keiner Gesamtbetrachtung der Umweltauswirkungen. Die jetzt als gering eingestuften Beeinträchtigungen werden mit jeder Genehmigung eines weiteren Gasfelds größer, werden aber nicht zusammen betrachtet. Diese Art von Genehmigungspolitik von One-Dyas muss unterbunden werden, um die Insel Borkum und das Weltnaturerbe Wattenmeer zu schützen.“
Die Borkumer Grünen fordern die Bundesregierung als Gesetzgeber auf, den Meeresschutz endlich nachzuschärfen. Nur so kann künftig – nicht nur vor Borkum, sondern auch anderen Orts – verhindert werden, dass in und an hoch empfindlichen, unter Schutz gestellten Gebieten nach fossilen Ressourcen gebohrt werden darf. – Denn letztlich hatte das Gericht kaum einen anderen Entscheidungsrahmen, weil die notwendigen Prüfschritte im Gesetz nicht gegeben sind, um etwa die bei den Gasbohrungen entstehenden Austritte hoch giftiger Stoffe zu bestimmen und zu begrenzen.
Die Borkumer Grünen unterstützen auch weiterhin die noch offene Klage der Umweltverbände in den Niederlanden, der in erster Instanz gewonnen wurde.