
Die geplanten Einschränkungen und der faktische Stopp von Integrationskurs-Zulassungen durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) haben gravierende Folgen für den Landkreis Leer, teilt der Kreisverband Bündnis 90 / Die Grünen in einer Pressemitteilung mit. So ist zum Beispiel die Volkshochschule Leer seit 2005 als BAMF-zugelassener Träger das Herzstück der Integrations- und Deutschkurse in der Region – mit Angeboten von Alphabetisierung bis B2.
„Wer den Zugang zu Integrationskursen kappt, kappt Menschen die Chance auf Sprache, Arbeit und Teilhabe – das trifft auch den Landkreis Leer mitten ins Herz“, erklärt Hayo Hayunga, Sprecher des Grünen-Kreisverbands Leer. Seit Dezember 2025 stellt das BAMF bundesweit keine neuen Berechtigungen mehr aus, obwohl der Anspruch im Aufenthaltsgesetz verankert ist – besonders die freiwillige Zulassung (40-45% der Teilnahmen) ist betroffen.
Für Leer heißt das: Neu-Zugewanderte ohne Verpflichtung durch Behörden können kaum noch in VHS-Kurse einsteigen. Besonders Ukraine-Geflüchtete leiden darunter, für die die VHS explizit Angebote hat. Kursstarts verschieben sich oder entfallen, Gruppen bleiben unterbelegt, Lehrkräfte verlieren Sicherheit, Hunderte warten monatelang. In einer ländlichen Region mit Fachkräftemangel bremst das Sprachförderung, Arbeitsmarkt und Einbürgerung. „Wer heute bei Integrationskursen spart, zahlt morgen drauf – sozial, wirtschaftlich und demokratisch“, warnt Grünen-Kreissprecherin Sabrina Neugebauer.
Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Leer fordern Dobrindt und die Bundesregierung auf, den Stopp umgehend zu beenden und die Finanzierung zu sichern. Dieser Appell richtet sich auch an die CDU-Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin Gitta Connemann: Sie leitet den Leeraner Kreistagsausschuss für Schulen und ÖPNV.
Hayunga: „Sprache ist der Schlüssel zur Integration – wer diesen Schlüssel wegnimmt, schließt Menschen aus unserer Gesellschaft aus“.